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Die Senioren-Abteilung Sie schnüren weder die Fußballstiefel, noch streifen sie sich die Boxhandschuhe über. Die Senioren der Sportvereinigung 07 sind eine äußerst erfolgreiche Abteilung, zumindest bestätigt dies die steigende Zahl derer, die sich regelmäßig bei den Seniorentreffen einfinden. Der damalige erste 07-Vorsitzende, Gerd Maser, hatte 1996 die Idee, die älteren Vereinsmitglieder zu einem zwanglosen Zusammensein in das Vereinsheim einzuladen. Eigentlich war es als gemütliche Gesprächsrunde gedacht, die in unregelmäßiger Folge wiederholt werden sollte. Das Angebot wurde zunächst nur von einem bescheidenen Häuflein treuer 07-Senioren angenommen, aber im Laufe der Jahre entwickelte sich der Seniorentreff zu einem echten Event. Das ständig steigende Interesse, und der außergewöhnlich gute Besuch lag wohl darin begründet, dass bei jeder Zusammenkunft ein neues Kapitel aus früheren Zeiten vermittelt wurde. In der 100-Jährigen Vereinsgeschichte gab es zahlreiche Highlights, die in aller Ausführlichkeit zur Erinnerung wach gerufen wurden. Aus Nah und Fern reisen die meist über Siebzigjährigen an, denn manch einen hat es in die Weiten des Schwäbischen Waldes oder in den Schwarzwald verschlagen. Doch die Verbundenheit zu den Schwarz-Gelben ist geblieben. Selbst die ältesten Vereinsmitglieder lassen es sich nicht nehmen, beim 07-Seniorentreff dabei zu sein. Albert Hildenbrand, der sich als Jugendtrainer und Funktionär aufgerieben hat, um seinem Verein zu helfen und zu unterstützen, oder Kurt Maser, den man als Ludwigsburger Fußballlegende bezeichnen kann – er spielte über 500 Mal für seine Nullsiebener und ist der einzige Ehrenspielführer des Vereins – fehlen selten. Überblick über die Vortragsthemen: Das Meisterjahr 1957 Ein volles Haus gab es beim Wiedersehen der Aufstiegself von 1957, 40 Jahre nach ihrem großen Erfolg, dem Aufstieg in Württembergs höchster Liga. Überwältigend war das Tiefien dieser „alten Kämpen“. Berthold Bierski, Heinz Gräber, Otto Haux, Karl-Heinz Stell, Heinz Platzek, Hubertus Müller und Willi Kanzok. Von der Meisterelf fehlten nur vier: Fritz Öchsle, Helmuth Myncik sowie Trainer Hans Gizzi waren verstorben, Alfred Pätzold und Eduard Fohrer wohnten weit weg. 07-Fußball im Zweiten Weltkrieg Hier gab es einen Überblick wie der Spielbetrieb im vierten Kriegsjahr abgewickelt wurde. Da das Vereinsheim noch nicht errichtet war, die Spiele jedoch auf dem Fuchshofplatz ausgetragen wurden, mussten sich Spieler und Schiedsrichter im Gebäude am Berliner Platz umkleiden, um dann den Weg zum weit entfernten Platz anzutreten, selbst bei bitterer Kälte – eine unangenehme Situation. Die schon recht verwaschenen gelben Trikots hatten weder Rückennummern noch Sponsorenwerbung. Zum Spielbeginn formierten sich Mannschaften und Schiedsrichter an der Mittellinie, erhoben die Arme zum „deutschen Gruß“, um so die Zuschauer zu begrüßen. Der Strohhalmtreff Hoffen und bangen herrschte im Sommer 1997 beim sogenannten „Strohhalmtreff“. Entschied sich doch erst am Tag später das Schicksal über den Verbleib der 07-Elf in der Regional-liga Süd. Im Nachhinein: Alles Hoffen war vergebens! Überraschungsgäste Ein weiteres Treffen stand ganz im Zeichen der Senioren selbst. Der schon über 90-Jährige Ehrenpräsident, Alfred Böhm, besuchte seine Freunde aus früheren Zeiten. Auch Erich Haug, ein Spieler der früheren 50er Jahre, schon lange in Australien lebend, nutzte seinen Heimaturlaub, um seine Nullsiebener einmal wieder zu sehen. Auch der damalige Stadtverbandsvorsitzende Kurt Knecht fand sich ein und stellte erfreut fest, dass er die Aktivitäten des 07-Seniorentreffs mit Interesse verfolge. Von Schanz und Planie Dass einmal vor dem Residenzschloss gekickt wurde, war vielen nicht bekannt, selbst der Ludwigsburger Kreiszeitung schien dies nicht glaubhaft, und erst nach Bestätigung durch das Stadtarchiv berichtete die Lokalzeitung darüber, was Günter Weiß seinen Senioren zu erzählen wusste. Sponsoring Beim 15. Zusammensein der Senioren referierte der 07-Vizevorstand, Werner Klenk, über Sponsoring und die Sorge um den Spitzensport. Die Sportarten bei 07 Die Abteilungen des Vereins einst und jetzt wurden bei einem weiteren Zusammensein den Anwesenden beigebracht. Hockeyspieler schwangen schon die Krummschläger, Basketballer warfen in die Körbe, Ringer kämpften auf den Matten, Leichtathleten sprinteten auf der Aschenbahn, und die Judokas übten sich im Zweikampf und Verteidigungssport. Dies alles bei 07! Regionalliga-Aufstieg Groß war die Freude, als sich ehemalige Spieler und Trainer der Aufstiegsmannschaft von 1971 bei den Senioren einfand. Damals waren glorreiche Spiele im Jahnstadion angesagt, weil 07 in der Regionalliga mitmischte, die damals die zweithöchste Spielklasse war. Ein Wiedersehen mit den Spielern erinnerte an glanzvolle Zeiten. Die Boxabteilung
Bei einem weiteren Treffen wurde die recht erfolgreiche Boxabteilung vorgestellt. In der Blütezeit der 07-Boxer waren die Hallen rappelvoll. Das Boxidol Kurt Morwinsky, der beste Einzelsportler des Vereins, war selbst anwesend. Über ihn, den dreimaligen Deutschen Meister, und der erfolgreichen und gefürchteten Boxstaffel wurde ausführlich berichtet. Vor 50 Jahren: Fußball am Fuchshof Auch bei der Seniorenzusammenkunft im Frühjahr 2000 wurden Erinnerungen an längst vergangene Zeiten geweckt. Vor einem halben Jahrhundert war im Fußball vieles anders. So gab es keine Winterpause, denn selbst am Neujahrstag – einem Sonntag – wurde um Punkte gespielt. Die Strapazen der Silvester-nacht mussten die Nullsiebener offenbar gut überstanden haben, denn in Schwäbisch Hall wurde 6 : 1 gewonnen. Am Faschingssonntag fanden 2000 Zuschauer den Weg auf den Fuchshof, um eine 1 : 5 Niederlage gegen 08 Bissingen zu erleben. „Faschingsscherz am Fuchshof“ titelte die Ludwigsburger Kreiszeitung ihren Spielbericht in Anspielung auf den am Faschingsdienstag stattfindenden „Bösen-Buben-Ball“. 07-Senioren erlebten Filmpremiere Einen Rückblick auf sportliche Erfolge und umjubelte Tore gab Richard Ruckaberle mit der Uraufführung seines fast 90-minütigen Films. Über Jahre hinweg hatte Rucki das sportliche Geschehen festgehalten und auch ein Auge auf das Geschehen am Rande geworfen. Dort waren jubelnde Fans zu sehen, die vor lauter Freude Feuerwerkskörper abbrennen oder zu den Klängen der Stadtkapelle Oßweil singen. Der Film ist ein einmaliges Erlebnis und ein Werk, wie es selten über einen Sportverein produziert wurde. 07 schreibt Fußballgeschichte Echte Freude im Saal kam bei diesem Thema auf. Damals stand Ludwigsburg Kopf, als vor 15.000 begeisterten Zuschauern in einem Spiel der Regionalliga der deutsche Rekordmeister 1. FC Nürnberg hoch mit 5 : 1 geschlagen wurde. Die Schwarz-Gelben distanzierten den Club mit einem Ergebnis, das selbst die größten Optimisten im 07-Lager vorher nicht für möglich gehalten hätten. Nach diesem, am 3. Oktober 1971 stattgefundenen, Spiel rauschte es mächtig im Blätterwald. Die überregionalen Zeitungen wählten die Schlagzeilen „Ludwigsburg im Spielrausch“, „Ludwigsburgs Hammer erschütterte den Club“, „Karneval von Rio im Jahnstadion“, „Ludwigsburgs Tornado fegte den Club vom Platz“. Kein anderes Sportereignis in Ludwigsburg hatte jemals für eine derartige Aufregung in der Presse gesorgt! Ein Geschehen am Rande: Zum Erwerb seiner Eintrittskarte legte ein Zuschauer einen Tausendmarkschein hin. Eine Kleinigkeit für den Kassierer, das Wechselgeld zurückzugeben, denn seine Einnahmen waren bereits so angeschwollen, dass dem Mann geholfen werden konnte. Die Geschichte über diesen Spieltag blieb bei den Senioren für alle Zeiten in nachhaltiger Erinnerung. Die Ludwigsburger Fußballvereine Nicht nur über unseren Verein, sondern auch über die übrigen Fußballvereine in der Stadt sind die Senioren ausführlich informiert worden. Insgesamt 15 Clubs mit zusammen 28 Teams nehmen am Punktspielbetrieb der verschiedenen Klassen teil. Waren es nach Kriegsende die Heimatvertriebenen, die sich auf sportlicher Ebene zusammenschlossen, so folgten später die Gastarbeiter, die eigene Vereine gründeten. Zu erfahren war dabei, wo heute in der Stadt überall Fußballplätze zu finden sind. Fazit Seit mehr als 10 Jahren findet regelmäßig der 07-Seniorentreff statt. Fast kein anderer Verein in Ludwigsburg bietet seinen Mitgliedern und besonders den Senioren einen solch ausführlichen Rückblick auf die historische und vielfältige Vereinsgeschichte, wie es die Sportvereinigung 07 tut. Nicht nur, dass diese Treffen das Wiedersehen mit alten Freunden und Sportkameraden ermöglichen, auch ein intensiver Gedankenaustausch und die Auffrischung von Erinnerungen aus früheren aktiven Zeiten schaffen die Grundlage für ein gesundes Vereinsleben. Gartenfeste Natürlich wird auch die Geselligkeit gepflegt, denn in den Sommermonaten hatten sich die Senioren ihr Fuchshofsportgelände ausgesucht, um sich dort zu einem gemütlichen Gartenfest einzufinden. Da lassen sich die Gäste schwäbische Köstlichkeiten aus Küche und Keller munden. Fototermine runden das Ganze ab, denn man möchte auch in der Zukunft an Hand von Bildern an die Vergangenheit erinnert werden. So ist und bleibt der Seniorentreff das Rückgrat für die Sportvereinigung 07 Ludwigsburg, gehalten von seinen ältesten und treuesten Mitgliedern. 
Senioren-Gartenfest mit den beiden ältesten Vereinsmitgliedern Albert Hildenbrand und Kurt Maser
Schock: Günter Weiß verstorben!
Der „Macher“ der Seniorentreffs und Redakteur der Stadionzeitung „07 Aktuell“: Günter Weiß
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